TODESWALD - EIN SOLLING-KRIMI


STAFFEL 1  LOGLINE + PLOT 

AUTOREN: MICHAEL BECK / CHRISTIAN HENZE
REGIE: CHRISTIAN HENZE


FOLGE 1  »DER WILDE JÄGER«

 

LOGLINE


Als die erfolgreiche Ermittlerin Anna Bergh zur Beerdigung ihrer Mutter aus Hannover in ihr Heimatdorf Dassel zurückkehrt, zwingt ein brutaler Mord an einer Jugendlichen sie, sich nicht nur ihrer verdrängten Angst vor dem Wald zu stellen – sondern auch dem ungeklärten Mord an ihrem Vater, der ihr Leben zerstört hat.


 

PLOT


Anna hat Dassel und den Solling mit achtzehn verlassen - fluchtartig, gegen den Willen ihrer Mutter. Als junges Mädchen erlebte sie einen traumatischen Überfall im Wald, bei dem ihr Vater getötet wurde. Seitdem litt sie an Hylophobie - einer irrationalen Angst vor Wäldern, Bäumen und Holz. In Hannover scheint sie ihr früheres Leben abgestreift zu haben: Top-Ermittlerin, kontrolliert, souverän, weit weg vom Wald. 

Die Rückkehr zur Beerdigung ihrer Mutter ist deshalb kein Heimkommen, sondern ein Zwangsaufenthalt. Im Elternhaus wohnt noch immer ihre jüngere Schwester Caro - eine verschlossene, eigenwillige Frau, die in der Region geblieben ist und ebenso wie die Mutter Anna ihren Weggang nie verziehen hat. Alte Konflikte brechen sofort wieder auf. 

Bei der Trauerfeier trifft Anna auf Werner Kroll, den Ermittler, der damals den Mörder suchte - und scheiterte. Die Begegnung ist schmerzhaft: Vor Anna steht plötzlich ein Teil der Vergangenheit, die sie für immer hinter sich lassen wollte. 

Noch während der Beerdigung ruft man Kroll aus der Kirche. In einem nahegelegenen Waldgebiet wurde die Leiche eines Mädchens gefunden. Anna erfährt wenig später: Es ist die Tochter ihrer früheren Schulfreundin Lydia - im selben Alter, in dem sie selbst damals überfallen wurde. 


Gegen alle inneren Widerstände schließt sie sich Kroll an. Der Tatort triggert ihre Angststörung massiv: Wald, Dunkelheit, der Geruch von feuchtem Holz - all das katapultiert sie zurück in die Nacht, in der ihr Vater starb. Dennoch erkennt sie sofort Parallelen zwischen dem aktuellen Mord und ihrem eigenen Trauma. 


Die Ermittlungen zeigen: Es ist nicht der erste Fall. Drei weitere Jugendliche – zwei Jungen und ein Mädchen - wurden in den letzten fünfzehn Jahren im Weserbergland tot aufgefunden, alle Taten blieben ungeklärt. 


In der Bevölkerung kursiert längst ein Name für den Täter: „Der Wilde Jäger“ – eine Sagengestalt des Solling, mit der man früher Kinder erschreckte. Der Mythos ersetzt die Realität, weil niemand die Wahrheit ertragen will. 


Anna und Kroll können den aktuellen Täter schließlich identifizieren: ein Mann Ende Zwanzig, der nur 10 km vom Tatort entfernt in einem Sägewerk gearbeitet hat. Anna erkennt sofort: das kann nicht der Mörder ihres Vaters gewesen sein, er war damals noch ein Kind. Kurz vor dem Zugriff richtet sich der Täter selbst. 

 

Der aktuelle Mordfall ist aufgeklärt, nicht aber der an Annas Vater. Werner Kroll, der kurz vor der Pensionierung steht, bietet Anna daraufhin überraschend die Leitung der Ermittlungsgruppe an. Er weiß, dass sie der alte Fall nicht loslassen wird – und dass sie vielleicht die Einzige ist, die ihn noch lösen kann. 


Anna nimmt das Angebot an. Nicht, weil sie bleiben will – sondern weil irgendetwas ihr sagt, dass sie bleiben muss. 

FOLGE 2   »DER SÜHNEGRUND«


LOGLINE


Ein unbeliebter Bauunternehmer erleidet schwer verletzt einen qualvollen Tod durch Ertrinken. Anna stößt auf eine alte Redewendung aus dem Solling: „Wer Unrecht im Wald begeht, den holt sich das Moor“. Sie findet heraus, dass eine junge Frau auf eigene Faust Rache für den Tod ihres Bruders genommen hat.



PLOT

An Annas erstem Arbeitstag als kommissarische Leiterin der Ermittlungsgruppe wird ein Jogger durch schwache Hilferufe auf einen schwer verletzten Mann im Moor aufmerksam. Der Mann versinkt, die Feuerwehr kann ihn nur noch tot bergen. Er hat Schusswunden in beiden Beinen. Es ist ein Bauunternehmer, der am Rand des Solling an einem umstrittenen Projekt beteiligt war. 

Annas KollegInnen begegnen der neuen Leiterin mit Zurückhaltung: Rückkehrerin, Großstadtpolizistin, Tochter eines Mordopfers aus dem Ort – zu viele Geschichten, zu wenig Vertrauen. 


Parallel verschlechtert sich das Verhältnis zu ihrer Schwester. Caro scheint mehr über die Vergangenheit des Vaters zu wissen, als sie zugibt, und reagiert auf jede Frage mit aggressivem Schweigen. Als Anna beim Ordnen der Erbunterlagen ihrer Eltern einen vergilbten Zettel mit der Aufschrift „Verschwinde aus dem Wald, solange du noch kannst!“ findet, behauptet Caro, das Papier noch nie gesehen zu haben, wirkt aber verunsichert. 


Bei ihren Ermittlungen stößt Anna schnell auf massive Widerstände: Der Tote war tief in lokale Netzwerke verstrickt – Jagdpächter, Förster, Beamte und Politiker bis in die Landesregierung. Aber die Spur zu dem umstrittenen Bauprojekt ist eine Sackgasse. Doch dann findet sie einen Hinweis auf eine „Jagdrunde Solling“, der auch ihr Vater bis zu seinem Tod angehörte.

Anna glaubt, dass der Täter oder die Täterin den Mann nicht einfach ermorden wollte, sondern ihn erst bewegungsunfähig geschossen und dann dem Moor ausgeliefert hat – als Sühnetod. Kein Profiwerk – eher eine persönlich motivierte Tat. 

 

Die Spur führt zu Lea, der Schwester eines der Jugendlichen, die vor Jahren im Wald ermordet wurden. Sie hatte auf eigene Faust recherchiert und ist überzeugt, dass der Bauunternehmer damals am Tod ihres Bruders beteiligt war. 


Während des Zugriffs wird sie aus dem Wald heraus erschossen. 


Anna konnte den Mordfall lösen – doch der Tod Leas macht klar, dass eine verborgene Wahrheit geschützt wird. Der „Wilde Jäger“ hat sich nicht gerichtet – er sorgt dafür, dass niemand überlebt, der zu viel weiß. Und - er ist kein Serienkiller, sondern möglicherweise Teil eines Systems von Einschüchterung, das einen Mythos nutzt, um Menschen aus dem Wald fernzuhalten. Vielleicht war Anna‘s Vater nicht nur Opfer und vielleicht liegt der Schlüssel zur Lösung mitten im Dorf. 


Als sie am Abend das Polizeirevier verlässt, legt jemand einen Zettel auf ihren Schreibtisch: „Verschwinde aus dem Wald, solange du noch kannst!“.